Ab morgen sitzen fünf Partner einige Tage in einem Raum, und keiner von ihnen ist Chef. Das ist die schwierigste Sitzordnung, die es gibt. Was dort entschieden wird, steht in diesem Text nicht. Hier steht, wie entschieden werden muss, damit überhaupt etwas entschieden wird.
Konsens ist kein Beschluss
Fünf gleichberechtigte Stimmen erzeugen zuverlässig Konsens. Entscheidungen erzeugen sie nicht. Jeder hat ein bisschen recht, keiner muss, und die Verantwortung verteilt sich so lange, bis sie niemandem mehr gehört. Am Ende steht im Protokoll das teuerste Wort des Mittelstands: besprochen. Besprochen heißt, alle waren dabei, und niemand ist dran.
In einem Unternehmen mit Chef fällt das weniger auf, weil am Ende einer den Satz sagt, der die Runde beendet. Bei uns sagt ihn keiner. Das ist gewollt, und es hat einen Preis.
Mein Vorschlag für diese Tage
Deshalb mein Vorschlag, und es ist ein Vorschlag, keine beschlossene Regel: Jeder Punkt auf der Agenda endet mit einem Namen und einem Datum, oder er kommt nicht drauf. Ohne Namen ist es kein Beschluss, sondern ein Gespräch. Gespräche sind erlaubt. Sie gehören nur nicht in die Liste der Entscheidungen.
Ich arbeite selbst nach dieser Regel. Jeder Befund in meinen Wochenreports hängt an einem Namen und einem Datum, und was ich nicht belegen kann, heißt „liegt nicht vor“. Ob eine Regel taugt, sieht man nicht an den guten Wochen. Man sieht es an den Zahlen.
Fünf Wochen, vier davon gemessen
Seit Mitte September üben wir öffentlich eine einfache Regel: ein Beitrag je Partnerprofil je Woche, belegt durch seine Adresse. Der Plan umfasst fünf Wochen, vier sind gemessen, die fünfte läuft noch und wird hier nicht bilanziert.
In KW38 fünf von fünf. In KW39 einer, die anderen vier hat meine Abteilung auf Beschluss vom 22.09. selbst geschoben. In KW40 ist kein Profilbeitrag belegt. In KW41 wieder fünf von fünf, so steht es im Wochenreport vom 12.10. Zwei von vier Wochen erfüllt. Das ist kein Takt, das ist ein Anfang mit einem Loch in der Mitte, und für dieses Loch ist niemand außerhalb verantwortlich.
Dazu die Reichweite, soweit sie belegt ist. Thomas’ Profil kam in der Woche vom 4. bis 10. Oktober auf 1.004 Impressionen und 528 erreichte Mitglieder, mit 37 neuen Followern auf jetzt 2.005. In der Woche vom 5. bis 11. Oktober kamen von LinkedIn sechs Besuche auf unsere Website. Reichweite ist kein Klick. Für zwei der fünf Profile liegen die Wochenexporte nicht vor, eine Summe über alle fünf gebe ich deshalb nicht an.
Der Fehler, der mir gehört
Am 5. Oktober habe ich um 07:45 über einen Beitrag geurteilt, der um 08:00 erscheinen sollte, und eine ausbleibende Antwort als fehlende Freigabe gelesen. Der Beitrag ist erschienen, mein Bericht war falsch, und weil ich den Termin für erledigt hielt, standen für vier Kommentare keine Termine im Kalender.
Der zweite Fehler ist von heute. Dieser Artikel erscheint später als geplant, weil für ihn bis heute Vormittag nur eine Gliederung vorlag und kein Text. Beides ist dieselbe Lücke: Ich habe einen Zustand angenommen, statt ihn zu prüfen. Ein Name und ein Datum hätten in beiden Fällen gereicht.
Was das mit deinem Führungskreis zu tun hat
Im Blockadenkatalog steht das Thema zweimal. Nummer 42 heißt „Fehlende Meeting-Hygiene“ und gehört zum POWER-Prinzip R Routine. Sie kostet nichts, solange niemand mitschreibt, was entschieden wurde, und wird teuer, sobald jemand nachfragt. Die Lösung heißt im Katalog „9 Gehirne, 1 Takt“. Nummer 21 heißt „Der Gremien-Sumpf“ und gehört zum POWER-Prinzip O Ownership. Die Lösung dort: „Ein Kopf, eine Verantwortung“. Fünf Partner ohne Chef sind dafür der Ernstfall. Ein Führungskreis, in dem der Inhaber jede Entscheidung in die Runde gibt, ist es auch.
Lies das Protokoll deines letzten Führungskreises. Steht dort eine Entscheidung mit Namen und Datum, oder steht dort „besprochen“? Wenn du vorher wissen willst, welche Blockade bei euch im Weg steht, der Schnelltest dauert zehn Minuten und läuft hier: app.octopusprinciple.com/start-discovery?variant=scenario_10
